Mitte der 50er Jahre

wurde schließlich im Jahre ein eigenes Musikheim gebaut. Das Feuerwehrhaus wurde aufgestockt und bekam im ersten Stock ein nettes Probelokal. Die Gemeinde stellte großzügigerweise die Baumaterialien zur Verfügung und in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden legten die Musikanten selbst Hand am Bau an.

Trotz der vielen Arbeit, die nach dem Krieg geleistet wurde, legte Kapellmeister Kofler größtes Augenmerk auf das Wesentliche, das Musizieren. Viele Konzertreisen im In- und Ausland und die Teilnahme an Wertungsspielen brachten große Erfolge und beflügelten die jungen Musikanten. Nebenbei spielte man bei verschiedensten Veranstaltungen mit einer kleinen Gruppe zum Tanz auf. So geschah es nicht nur einmal, dass die begeisterten Musikanten auch noch nach ihrem Auftritt zu früher Morgenstunde spielend im Gänsemarsch von Sillian nach Panzendorf zogen.

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1966

Als zweite Kapelle in Osttirol erbauten die Panzendorfer Musikanten unter Obmann Otto Kassewalder einen Musikpavillon, der als äußerst gelungen bezeichnet werden konnte. Die Ausgaben beliefen sich auf rund S 120.000,-.

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1967

Schlechter Probenbesuch, mangelhafte Arbeitseinstellung, Streitigkeiten in den Reihen der Musikanten, fehlender Zusammenhalt und die Doppelfunktion Bürgermeister – Kapellmeister führten zu Rücktrittsgedanken des Kapellmeisters und so übernahm Dir. Johann Riedler kurzfristig die musikalische Leitung der Kapelle für ein Jahr.

In den Folgejahren wurde wenig konzertiert. Reparaturen und Neuanschaffungen von Instrumenten für Jungmusikanten brachte die Kapelle in finanzielle Nöte. Die Gemeindeführung und die Jagdgenossenschaft konnten in dieser Situation durch Geldspenden aushelfen.

1971

Sechzehn großteils von Anton Weber ausgebildete Jungmusiker brachten frischen Schwung in die Kapelle. Die Auswahl geeigneter Musikstücke und ein guter Probenbesuch motivierten die Musikanten neu. „Ich bin wieder stolz auf meine Kapelle“ kann man den Aufzeichnungen im Jahre 1972 entnehmen.

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1976

Erstmals wurde mit Margit Kofler eine Frau in die Reihen der Musikkapelle aufgenommen. Von Anfang an akzeptierte jeder Musikant die sehr guten Leistungen der jungen Flötistin. Im Rahmen des 50-jährigen Bestandsjubiläums organisierte man einen Konzertmusik-Wettbewerb, bei dem der Musikkapelle Panzendorf ihre hervorragende musikalische Leistung bestätigt wurde, welche zahlreiche Einladungen zu Konzerten ins benachbarte Südtirol zur Folge hatte. Dadurch konnte auch die Vereinskassa merklich aufgebessert und die Motivation der Musikanten nochmals gesteigert werden. Anfang Juli hielt man ein dreitägiges Musikfest ab, dessen Höhepunkt ein Festumzug mit drei Musikkapellen und verschiedenen Festwägen darstellte. Im Zuge dessen konnte auch das modernisierte Probelokal eingeweiht werden.

1980

In diesem Jahr feierte Franz Kofler sein 25-jähriges Kapellmeisterjubiläum. Zu diesem Zeitpunkt ging er der „kulturellen Seele der Gemeinde“, sprich der Musikkapelle, mit Freude voran. Vor allem auch deshalb, weil man in dieser kleinen Gemeinde eine ausgezeichnete Kapelle vorfand. Ein Beweis dafür waren unter anderem die vielen Konzerteinladungen (8 – 10 jährlich!) nach Südtirol.

Dass in dieser Kapelle viele langgediente musikalische Leistungsträger waren, dokumentiert die umfangreiche Liste der Ehrungen für 25, 40 und sogar 50-jährige Mitgliedschaft zahlreicher Musikanten.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Musikjahres führte die Musikanten im Rahmen eines Ausfluges nach Jugoslawien mit anschließendem Konzert im italienischen Belluno.

1983

wurde ein neues Probelokal nach modernstem Standard mit optimalen akustischen Voraussetzungen errichtet.

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1984

Aufgrund eines Vollversammlungsbeschlusses kaufte man eine zweite Ausgehuniform für kleinere Ausrückungen, zB Erstkommunion, Ständchen, Messgestaltung, Bläserengagements, usw. an. Man wollte damit die Tracht schonen und für saisonelle Übergangszeiten eine adäquate wärmere Bekleidung schaffen.

Die Finanzierung erfolgte durch großzügige Spenden seitens der E.G.O. - Austria und der Gemeinde.

Im August dieses Jahres erzielte man beim Oberländer Bezirksmusikfest mit Zelt- und Konzert-Wertungsspielen in Heinfels einen „1. Rang mit Auszeichnung“.

Im selben Jahr feierte der Tiroler Blasmusikverband sein 175-jähriges Jubiläum bei dem auch die Oberländer Blasmusikkapellen in Großformation gemeinsam durch Innsbruck marschierten.

1985

Um die Zusammengehörigkeit zwischen Tessenberg und Panzendorf zu verstärken, schlug Bgm.-Stv. Johann Pitterl eine Namensänderung der Kapelle von „Musikkapelle Panzendorf“ auf „Musikkapelle Heinfels“ vor. Diesem Ansuchen wurde einstimmig stattgegeben.

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1986

Anfang Mai stattete man der Partnergemeinde Oberderdingen (D) einen 3-tägigen musikalischen Besuch ab. „Den Musikanten dürft ihr vor dem Konzert keinen Wein servieren!“, beauftragte Kapellmeister Kofler die Kellnerinnen. „Wos isch denn des für a Weinkeller, do bikimb man la Wosso zi trinken!?“, ärgerte sich der Fähnrich, der dieser Abstinenzregelung ungewollt auch zum Opfer fiel. Daraufhin klärte der Kapellmeister das Missverständnis auf und meinte: „Na, na, dem dürft ihr schon einen Wein geben. Der muss heute nicht mehr spielen!“

1987

Auf Wunsch des Fähnrichs Gebhard Moosmann wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft und durch Hw. Dekan Steinringer gesegnet.

Auch 1987 wurden Konzert-Wertungsspiele in Heinfels organisiert, bei denen man auch selber teilnahm und mit „Sehr gutem Erfolg“ abschloss.

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1988

Ehrenobmann Paul Resinger – ein leidenschaftlicher und gewissenhafter Musikant – beendete nach 64 (!) Jahren seine musikalischen Aktivitäten. Seine Begeisterung und Einsatz für die Musikkapelle war sicherlich vielen ein Vorbild.

1989

Einem Anruf des Volksmusikgranten Peter Moser ist der Auftritt im ORF bei Sepp Forcher’s „Klingendes Österreich“ zu verdanken. Dieses großartige Ereignis war die erste Erfahrung mit Tonaufnahme und Film. So blieb es bis heute jedem Musikanten in Erinnerung, dass die Tonaufnahmen des Marsches „Die Junge Garde“ in St. Lorenzen/Liesing und die entsprechenden Filmaufnahmen an der „Punbrugge“ in Heinfels aufgezeichnet wurden.

Im selben Jahr legte Franz Kofler seine Kapellmeistertätigkeit nieder und wollte somit die musikalische Leitung in jüngere Hände geben.

Die Hauptaufgabe des damaligen Obmannes Georg Hofmann war Jahr für Jahr die Suche nach einem geeigneten Kapellmeister. Zwischenzeitlich konnte er den gebürtigen Strassener Albin Pircher als musikalischen Leiter gewinnen. Dennoch war man bemüht einen Kapellmeister aus der eigenen Gemeinde zu finden.

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