DieChronik

Gründungsphase und Zwischenkriegszeit

Die Musikkapelle Heinfels gibt 1927 als ihr offizielles Gründungsjahr an. Damals spalteten sich einige Panzendorfer Burschen, welche bisher bei der Blasmusik im benachbarten Sillian mitgespielt hatten, nach einer Unstimmigkeit von der dortigen Kapelle ab und machten sich an die Gründung einer eigenen Blasmusik. Schnell waren ca. 25 Musikbegeisterte gefunden, Anton Weber wurde der erste Kapellmeister der Klangkörpers. Eine große Herausforderung war die Finanzierung der Instrumente. Die Musikanten gingen für Unterstützungen von Haus zu Haus, meist erhielten sie Holzspenden, die erst zu Geld gemacht werden mussten. Schließlich ging es ans Proben, die Bauernstube zu „Weber“ wurde zum ersten Probelokal. Der Premierenauftritt erfolgte am 1. Mai 1928, als die Musikkapelle mit Marschmusik durch Panzendorf marschierte.

Nachdem diese musikalischen Grundschritte getan waren, wurde der Wunsch nach dem Ankauf einer einheitlichen Musiktracht immer größer. Erneut war man auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Anfang der 30er-Jahre konnte die neue Tracht schließlich der Öffentlichkeit präsentiert werden. Neben den Ausgaben für Instrumente und Bekleidung fehlte allerdings das Geld für den Ankauf von Noten, weshalb Josef Müller, Weberbauer, Tage und Nächte opferte, um Notenmaterial für die Musikkapelle abzuschreiben.

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg

Die dunkelste Zeit in der Vereinsgeschichte war die NS- und Kriegszeit. 1938 und 1939 war die Kapelle noch vereinzelt aktiv, u. a. wurde auch im Rahmen von NS-Veranstaltungen musiziert. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges mussten viele Musikanten zur Wehrmacht einrücken, der musikalische Betrieb wurde im Jahr 1940 eingestellt.

Nachkriegszeit bis Ende der 1980er-Jahre

Bereits kurz nach Kriegsende machte sich Kapellmeister Johann Müller an den Neuaufbau der Kapelle, welche daher bald wieder auftreten konnte. Im Jahr 1952 übernahm Franz Kofler das Dirigentenamt und hatte es in der Folge abgesehen von kleineren Unterbrechungen weit über 30 Jahre inne. Ab den 1950er-Jahren folgten zahlreiche Auftritte außerhalb Osttirols, unter anderem reiste die Kapelle nach Wien (1959) oder München (1962). Mitte der 1950er-Jahre wurde das Instrumentarium von der hohen auf die Normalstimmung umgestellt. Ebenfalls in diese Zeit fiel der Umzug ins erste eigene Probelokal, welches im Obergeschoß des Feuerwehrhauses eingerichtet wurde.

Der positiven Entwicklung in den 1950er-Jahren folgte ein kameradschaftlich und finanziell äußerst schwieriges Jahrzehnt, in dem die Kapelle knapp vor dem Zusammenbruch stand. Dennoch konnten auch in dieser Zeit größere Projekte verwirklicht werden, wie etwa der Bau des Musikpavillons im Jahr 1966. Anfang der 1970er-Jahr brachten zahlreiche Jungmusiker neuen Schwung in die Kapelle. 1976 trat mit Margit Kofler, der Tochter des Dirigenten, erstmals eine Frau dem Klangkörper bei.

Die 1980er-Jahre brachten einen Um- und Zubau des Probelokals, außerdem wurde der Verein in Musikkapelle Heinfels umbenannt, um die Zusammengehörigkeit der beiden Ortsteile Panzendorf und Tessenberg zu unterstreichen. 1989 folgte mit einem Auftritt in Sepp Forchers „Willkommen Österreich“ die erste Erfahrung mit dem Rundfunk. Im selben Jahr gab Franz Kofler seinen Rücktritt als Kapellmeister bekannt.

Die Musikkapelle Heinfels seit 1990

Die Suche nach einem Nachfolger als Kapellmeister gestaltete sich sehr schwierig, zwischenzeitlich übten Albin Pircher aus Strassen und Herbert Fürhapter aus Innervillgraten interimistisch das Dirigentenamt aus. 1994 nahm schließlich mit Klaus Geiler wieder ein einheimischer Musikant den Taktstock an sich und sollte in den nächsten 25 Jahren die musikalische Verantwortung für den Verein tragen.

Ab dem Jahr 2000 begann sich die Kapelle vermehrt in Richtung sinfonisches Blasorchester zu entwickeln, was sich im breiteren Repertoire und im vielfältigeren Instrumentarium zeigte. Auch das Niveau des Klangkörpers konnte gesteigert werden. Höhepunkte der letzten Jahre waren der erneute Umbau des Probelokals, die Teilnahme an der Bezirkskonzertwertung 2008 und an der Landeskonzertwertung 2010, der Auftritt im Rahmen der Innsbrucker Promenadenkonzerte 2013 und die Produktion der vorliegenden CD im Jahr 2020. Heute steht der Verein unter der musikalischen Leitung von Thomas Hofmann, das Amt des Obmannes übt Ludwig Wiedemayr jun. aus.